Schwere Notfälle

Ersticken: was tun, wenn Ihr Tier zu ersticken droht

Ersticken: was tun, wenn Ihr Tier zu ersticken droht

Knochen, Bälle, Spielzeug oder Futterstücke können die Atemwege eines Hundes oder einer Katze verlegen. Es ist ein lebensbedrohlicher Notfall: wenn es nicht atmet, zählt jede Sekunde. Handeln Sie schnell, aber besonnen, denn ein falsches Manöver kann den Gegenstand tiefer schieben.

Wenn Ihr Tier nicht atmen kann, bläuliches Zahnfleisch hat oder zusammenbricht: es erstickt. Versuchen Sie mit den Manövern unten zu befreien und fahren Sie sofort zum Notfall-Tierarzt; wenn möglich, lassen Sie jemanden fahren, während Sie handeln.

Wie man ein Ersticken erkennt

  • Plötzlicher, wiederholter Husten, Würgen, fährt sich mit den Pfoten ans Maul.
  • Panik, Unruhe, versucht erfolglos zu erbrechen.
  • Speicheln, ungewöhnliche Atemgeräusche.
  • Schwere Verlegung: keine Luft kommt durch, bläuliches Zahnfleisch, Kollaps.
Wichtiger Unterschied: hustet es kräftig und bekommt noch Luft, lassen Sie es selbst versuchen, den Gegenstand auszustoßen, und beobachten Sie genau. Manöver nur, wenn es NICHT atmen kann oder blau anläuft.

Was tun je nach Größe

Manöver zur Befreiung der Atemwege
SituationWas tun
Sie sehen den GegenstandMit Fingern oder Pinzette entfernen, OHNE ihn tiefer zu schieben
Kleiner Hund oder KatzeKopfüber halten und 4–5 feste Schläge zwischen die Schulterblätter geben
Großer HundHinter ihm stehend den Bauch umfassen und feste Kompressionen nach innen und oben unter den Rippen geben (Heimlich-artig)
Liegender/bewusstloser HundFeste Kompressionen mit der Handfläche unter den Rippen; zwischen den Versuchen das Maul prüfen

Prüfen Sie nach jedem Versuch das Maul, falls der Gegenstand nun erreichbar ist. Wiederholen, bis er herauskommt oder Sie beim Tierarzt sind.

Was NICHT tun

  • Nicht blind mit den Fingern wühlen: Sie könnten den Gegenstand hineinschieben oder reflexartig gebissen werden.
  • Keine Zeit mit Hausmitteln verlieren, wenn es nicht atmen kann.
  • Keine sehr heftigen Kompressionen, die Rippen oder Organe verletzen könnten.

Wenn es bewusstlos wird

Prüfen Sie das Maul und entfernen Sie Sichtbares. Atmet es nicht, beginnen Sie die Wiederbelebung (Beatmung und Herzdruckmassage), wenn Sie es beherrschen, und fahren Sie ohne Verzögerung zum Tierarzt. Das ist die schwerste Situation und erfordert sofortige fachliche Hilfe.

Was der Tierarzt tun wird und wie man vorbeugt

In der Klinik kann man sedieren, um den Gegenstand sicher zu entfernen, Sauerstoff geben und Verletzungen an Hals oder Lunge beurteilen. Zur Vorbeugung: kleine gekochte Knochen, Spielzeug, das ganz ins Maul passt, und große Futterstücke meiden; das Spiel mit passend großen Bällen beaufsichtigen.

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Häufige Fragen

Soll ich in das Maul greifen?

Nur wenn Sie den Gegenstand klar sehen und greifen können, ohne ihn tiefer zu schieben. Blind riskieren Sie, ihn tiefer zu drücken oder reflexartig gebissen zu werden.

Wenn er ihn ausspuckt, trotzdem zum Tierarzt?

Ja, ratsam. Der Gegenstand kann eine Verletzung oder Reizung verursacht haben, und manchmal bleibt ein Rest. Eine Untersuchung bestätigt es.

Woran erkenne ich, ob es ernst ist oder nur Husten?

Hustet es kräftig und bekommt Luft, löst es sich meist von selbst; beobachten Sie es. Kann es nicht atmen, macht Geräusche ohne Luftdurchsatz oder läuft blau an, ist es ernst: sofort handeln.

Kann ich das Heimlich-Manöver bei einem Hund machen?

Ja, angepasst: feste Kompressionen unter den Rippen nach innen und oben bei großen Hunden, oder Schläge zwischen die Schulterblätter beim kleinen kopfüber gehaltenen Tier. Nur wenn es nicht atmen kann.

Und wenn es eine Katze ist?

Behandeln Sie sie wie einen kleinen Hund: kopfüber und sanfte, aber feste Schläge zwischen die Schulterblätter, und das Maul prüfen. So schnell wie möglich zum Tierarzt.

Welche Gegenstände verursachen das meiste Ersticken?

Knochen, kleine Bälle, Spielzeug, das ganz ins Maul passt, Stöcke und große Futterstücke. Wählen Sie passend große Spielzeuge und meiden Sie gekochte Knochen.

Dieser Ratgeber dient nur der Orientierung (Erste Hilfe) und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Kontaktieren Sie im Notfall einen Fachmann.

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