Erste Hilfe

Wunden und Blutungen: was tun

Wunden und Blutungen: was tun

Richtig auf eine Wunde zu reagieren verhindert Komplikationen. Vorrang haben, die Blutung zu stillen, die Stelle sauber zu halten und zu entscheiden, ob der Tierarzt nötig ist. Bleiben Sie ruhig: die meisten kleinen Wunden lassen sich mit Druck kontrollieren.

Zum Notfall-Tierarzt, wenn: das Blut spritzt oder nach 5 Minuten festem Druck nicht aufhört, die Wunde tief oder groß ist, es ein Biss ist, oder Augen, Brust oder Bauch betroffen sind. Drücken Sie unterwegs auf die Wunde.

Wie man eine Blutung Schritt für Schritt stillt

  1. Üben Sie festen, gleichmäßigen Druck mit sauberer Kompresse oder Tuch aus, ohne zum Nachsehen abzuheben.
  2. Wenn sie durchtränkt ist, entfernen Sie sie nicht: legen Sie eine weitere darüber und drücken weiter.
  3. Bei einer Pfote heben Sie sie über Herzhöhe, während Sie drücken.
  4. Halten Sie den Druck mindestens 5 Minuten am Stück, bevor Sie prüfen.
  5. Hört es nicht auf, weiter drücken und zum Tierarzt.
Abbindegurt: nur als letztes Mittel bei schwerer Blutung eines Gliedes, die mit Druck nicht aufhört, im Wissen, dass er die Pfote schädigen kann. Fester direkter Druck ist immer vorzuziehen.

Was tun je nach Wundtyp

Wundtyp und Erste Hilfe
TypWas tun
Kratzer oder oberflächlicher SchnittMit Kochsalz reinigen, tiergeeignetes Antiseptikum, locker abdecken
Tiefer oder großer SchnittDruck gegen die Blutung und zum Tierarzt (evtl. Naht nötig)
Starke oder spritzende BlutungFester Dauerdruck, Glied hochlagern, sofort in den Notdienst
BissSpülen, nicht verschließen; immer zum Tierarzt (hohes Infektionsrisiko)
Abgebrochene, blutende KralleDruck; hält es an, Tierarzt. Das lose Stück nicht abreißen
Steckengebliebener GegenstandNICHT herausziehen; drumherum ruhigstellen und hinfahren

Leichte Wunden: wie man sie zu Hause versorgt

Spülen Sie mit Kochsalzlösung, um Schmutz auszuschwemmen, und tragen Sie ein tiergeeignetes Antiseptikum (Chlorhexidin) auf; meiden Sie Alkohol und Wasserstoffperoxid, die Gewebe schädigen. Schneiden Sie bei Bedarf vorsichtig die Haare rundherum, decken Sie locker ab und verhindern Sie das Lecken (eine Halskrause hilft). Achten Sie in den Folgetagen darauf, dass sie nicht rötet, anschwillt oder nässt.

Wann zum Tierarzt

  • Blutung, die nach mehreren Minuten Druck nicht aufhört oder spritzt.
  • Tiefe, große oder verschmutzte Wunde.
  • Bisse (infizieren sich leicht) und Wunden an Augen, Brust oder Bauch.
  • Steckengebliebener Gegenstand oder Infektionszeichen (Wärme, Schwellung, Eiter, übler Geruch).

Was der Tierarzt tun wird

Er reinigt die Wunde gründlich, beurteilt die Tiefe und kann nähen, eine Drainage oder einen Verband anlegen und bei Bedarf Antibiotika und Schmerzmittel verordnen. Bisse werden oft offen gelassen, um zu drainieren und die Infektion zu kontrollieren. Auch der Impfstatus wird geprüft.

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Häufige Fragen

Darf ich Wasserstoffperoxid verwenden?

Besser nicht: es schädigt Gewebe und verzögert die Heilung. Mit Kochsalzlösung reinigen und ein tiergeeignetes Antiseptikum wie Chlorhexidin verwenden.

Wann legt man einen Abbindegurt an?

Nur als letztes Mittel bei schwerer Blutung eines Gliedes, die mit Druck nicht aufhört, im Wissen, dass er das Glied schädigen kann. Im Zweifel fester direkter Druck und zum Tierarzt.

Soll ich die Wunde selbst verschließen?

Nein. Eine schmutzige Wunde oder einen Biss zu verschließen fördert die Infektion. Reinigen, die Blutung kontrollieren und den Tierarzt über eine Naht entscheiden lassen.

Ein Stock oder Glas steckt darin, ziehe ich es heraus?

Nicht herausziehen: es kann ein Gefäß abdichten, und Herausziehen verstärkt die Blutung. Den Bereich rundherum ruhigstellen und sofort zum Tierarzt.

Wie verhindere ich das Lecken der Wunde?

Mit einer Halskrause oder einem Schutzanzug. Lecken öffnet die Wunde wieder, verzögert die Heilung und infiziert sie.

Die Wunde ist klein, aber ein Biss, muss ich trotzdem hin?

Ja. Bisse wirken oberflächlich klein, verursachen aber in der Tiefe Schäden und Infektionen. Immer tierärztlich abklären lassen, oft mit Antibiotikum.

Dieser Ratgeber dient nur der Orientierung (Erste Hilfe) und ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Kontaktieren Sie im Notfall einen Fachmann.

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